Pressemitteilung —
Psychische Erkrankungen beginnen früh: Junge Menschen besonders stark betroffen
- Bericht zum Wert mentaler Gesundheit der Zurich Insurance Group zeigt hohe Belastung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – frühe Unterstützung entscheidend für Teilhabe und Arbeitsmarkt
Köln, 7. Mai 2026 – Psychische Belastungen treten in Deutschland zunehmend früh im Lebensverlauf auf. Das zeigt der aktuelle Bericht «The Value of Mental Health» (Der Wert mentaler Gesundheit) der Zurich Insurance Group. Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene: Bereits im Jahr 2026 lebt fast jede dritte Person im Alter von 15 bis 19 Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Keine andere Altersgruppe weist eine vergleichbar hohe Betroffenheit auf.
Insgesamt leben in Deutschland rund 13 Millionen Menschen, etwa 15 Prozent der Bevölkerung, mit einer psychischen Erkrankung. Die Gesamtprävalenz bleibt im internationalen Vergleich relativ stabil, doch die Analyse zeigt eine deutliche Verschiebung des Unterstützungsbedarfs hin zu jüngeren Generationen.
Früher sichtbar – aber nicht immer früh begleitet
Offenere Einstellungen, sinkendes Stigma und eine stärkere Einbindung von Schulen, Jugendhilfe und hausärztlicher Versorgung führen dazu, dass psychische Belastungen heute früher erkannt werden. Gleichzeitig geraten bestehende Versorgungsstrukturen angesichts steigender Nachfrage zunehmend unter Druck – insbesondere im ambulanten Bereich.
Für junge Menschen ist das besonders relevant: Psychische Erkrankungen treten häufig in einer Lebensphase auf, in der Bildungswege, Ausbildungsentscheidungen und der Einstieg ins Berufsleben geprägt werden. Verzögerter Zugang zu Unterstützung erhöht das Risiko, dass sich kurzfristige Belastungen verfestigen und langfristige Auswirkungen auf Teilhabe und Erwerbsbiografien haben. „Mentale Gesundheit entscheidet früh darüber, ob junge Menschen ihre Bildungs‑ und Berufswege stabil entwickeln können“, sagt Heike Hommel, Chief Underwriting Officer Individual Life bei der Zurich Gruppe Deutschland. „Wenn Belastungen in dieser Lebensphase nicht rechtzeitig aufgefangen werden, kann das den Übergang in Ausbildung, Studium oder Beruf dauerhaft erschweren.“
Hohe individuelle Belastung mit langfristigen Folgen
Der Report macht deutlich: Für eine durchschnittliche Person in Deutschland, die mit einer psychischen Erkrankung lebt, werden bis 2030 rund 67 Tage gesunden Lebens pro Jahr erwartet, die durch Krankheit verloren gehen – der höchste Wert unter den untersuchten Ländern. Früh beginnende psychische Erkrankungen erhöhen damit das Risiko, dass Beeinträchtigungen über viele Jahre wirken und sich kumulativ verstärken.
Gleichzeitig zeigen sich bei älteren Erwachsenen niedrigere offiziell erfasste Prävalenzraten – nicht zwingend wegen geringerer Belastung, sondern auch aufgrund höherer Schwellen, Symptome offenzulegen oder Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die besonders hohe Sichtbarkeit junger Menschen unterstreicht damit nicht nur steigenden Bedarf, sondern auch die Bedeutung früher Zugänge.
Prävention und frühe Intervention als Schlüssel
Der Bericht betont: Frühe Unterstützung, niedrigschwellige Angebote und kontinuierliche Begleitung sind entscheidend, um zu verhindern, dass psychische Belastungen in jungen Jahren zu langfristiger Abkopplung von Bildung, Arbeit und sozialer Teilhabe führen. „Frühzeitige Unterstützung ist eine Investition in die Zukunft: für junge Menschen selbst, aber auch für Gesellschaft und Arbeitsmarkt“, so Hommel. „Als Versicherer begleiten wir Menschen im Leistungsfall unter anderem mit individuellem Case Management und Gesundheitsangeboten – mit dem Ziel, Übergänge zu erleichtern und Stabilität in neuen Lebensphasen zu fördern."
Über den Bericht
In dem Bericht «The Value of Mental Health» werden die aktuellen und künftigen Auswirkungen psychischer Erkrankungen in Australien, Chile, Deutschland, Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Vereinigten Königreich anhand einer Analyse öffentlicher Daten bewertet. In der Studie sind somit sowohl Schwellenländer als auch entwickelte Märkte vertreten. Der Bericht misst die Auswirkungen auf Menschen, Produktivität und Schutzsysteme bis zum Jahr 2030 anhand von Kennzahlen wie verlorene gesunde Lebensjahre, Lücken in der Erwerbsbeteiligung sowie Kosten auf Systemebene.
Links
Themen
Kategorien
Die Zurich Gruppe Deutschland wurde 1875 in Berlin gegründet und gehört zur weltweit tätigen Zurich Insurance Group. Mit Beitragseinnahmen (2025) von über 6,2 Milliarden Euro, Kapitalanlagen von mehr als
52 Milliarden EUR und rund 5.300 Mitarbeitenden zählt Zurich zu den führenden Versicherungen in Deutschland. Im Einklang mit dem Ziel „gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten“, bietet Zurich Präventionsdienstleistungen an, die über traditionelle Versicherungsprodukte hinausgehen, um Kunden dabei zu unterstützen, Resilienz aufzubauen.